21 Jahre Die Gartenwelt zu Gast in Freising – Willkommen Iran!

12. bis 14. mai

 

Meiner Arbeit als Landschaftsarchitektin, der Liebe zum Garten und meiner Reiselust verdanke ich viele anregende und freundschaftliche Kontakte zu Kolleginnen und Kollegen, Gärtnern, Gartenbuchautoren, Gartenjournalisten und Gartenbesitzern in Deutschland und dem Rest der Welt. Bereits während meines Studiums wurde mir bewusst, dass Gartenkunst und Gartentradition in England, Holland und Schweden eine viel größere Wertschätzung erfahren. Seither ist es mir ein großes Anliegen, auch hierzulande Gartenkultur zu fördern. Ich möchte so dazu beitragen, Garten- und Landschaftsarchitektur fest im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.

Die Idee zu den Freisinger Gartentagen entstand 1996 bei der Eröffnung der ersten Pflanzentage Bingerden in Holland. Ich hatte bis dahin die Chelsea Flower Show, Hampton Court und andere lokale Garden Fairs in England besucht. Doch Bingerden war anders – ein Fest der Gartenkultur. Einerseits eine Gartenausstellung, auf der die Pflanze im Mittelpunkt steht und ausgezeichnete Gärtnereien unwiderstehliche Pflanzensortimente präsentieren, andererseits ein Treffpunkt für Gartenfreunde aus ganz Europa, die sich hier zum freundschaftlichen Erfahrungsaustausch einfinden. Das wollte ich nach Freising holen. Piet Oudolf, seine Frau Anja, Christopher Bradley-Hole und viele andere Freunde ermutigten mich und unterstützten meine Idee, eine Gartenausstellung zu veranstalten. Auch Constance van Weede, die Organisatorin der Pflanzentage Bingerden, war sehr hilfsbereit.

Trotz der großartigen Unterstützung war es anfangs für uns alle – die Aussteller, die Verantwortlichen des Landratsamts und der Stadt Freising und natürlich für mein Team und mich – ein Abenteuer, schon ein Jahr später die ersten Freisinger Gartentage, den ersten Gartenmarkt im Süddeutschen Raum, zu veranstalten. Aber der Erfolg und die Begeisterung der Besucher und Aussteller gaben uns Recht. Die Höfe und Gärten des ehemaligen Klosters Neustift mit ihrer beschaulichen Atmosphäre haben sich als ein ideales Ausstellungsgelände erwiesen.

Bereits seit 1997 ziehen nun die hochwertigen und besonderen Ausstellungsinhalte, vor allem die außergewöhnlichen Pflanzensortimente, jährlich mehr als 10.000 garteninteressierte Besucher an. So haben sich die Freisinger Gartentage zu einem der bedeutendsten Ereignisse im internationalen Gartenkalender entwickelt. Seither trifft sich die Gartenwelt im Mai in Freising.
Die Freisinger Gartentage werden dem wachsenden Interesse an Gartenthemen und der Begeisterung für den Garten mehr als gerecht. Sie unterscheiden sich von den immer zahlreicher werdenden Kopien durch den hohen Anspruch an Auswahl und Qualität der angebotenen Sortimente und die Konzentration auf die Pflanzen für den Garten.

Darüber hinaus bieten die Freisinger Gartentage den Besuchern ein immer neues, informatives Rahmenprogramm zu wechselnden Themen und sind so besonders unterhaltend und interessant.

Vor allem das große Engagement und die Begeisterung der Aussteller, die Bereitschaft vieler Experten, das Vortragsprogramm mitzugestalten und die freundliche Unterstützung durch den Landkreis und die Stadt Freising tragen zum großen Erfolg der Gartentage bei. Viele liebe Freunde und Kollegen aus dem In- und Ausland, die mich im Rahmen des Vortragsprogramms unterstützen, tragen ebenso maßgeblichen Anteil an der Anziehungskraft der Freisinger Gartentage.

1997 wurden die ersten Gartentage von unserem leider im Sommer 2005 verstorbenen Freund, Rob Leopold, dem wohl bedeutendsten holländischen Gartenphilosophen, mit einer begeisternden Rede zum Thema "Neue Tendenzen in der Pflanzenverwendung" eröffnet. Das weitere Vortragsprogramm wurde von unseren Ausstellern Bärbel zur Linden, Osnabrücker Staudenkulturen, Walter Schimana, Schimana Staudenkulturen, Wassergärten – Maria Köchel, Flora Mediterranea – Christian H. Kreß, Sarastro Stauden – Werner Schöllkopf, Staudengärtnerei Schöllkopf – Rainer Engler, Blumenschule – Axel Butenschön, NIWA Gartenanlagen und von Rosie Friedl, Gärtnerei Friedl gestaltet.

1998 eröffnete Karlheinz Rücker, der Chefredakteur von "Gartenpraxis", mit einem überaus spannenden und anregenden Vortrag die Gartentage. Das weitere umfangreiche Vortragsprogramm gestalteten die Fotografin Ingeborg Tschakert – Peter zur Linden, Osnabrücker Staudenkulturen – Werner Schöllkopf, Staudengärtnerei Schöllkopf – Walter Schimana, Schimana Staudenkulturen, Wassergärten – Karl-Heinz Freitag, Freitag WeidenArt – Christian H. Kreß, Sarastro Stauden – Rainer Engler, Blumenschule – Jürgen Schmidt – Landschaftsarchitekt Rüdiger Haase – Heilpraktikerin Ingeborg Steier – Christine Meile, Rosenmeile und Rosie Friedl, Gärtnerei Friedl.

1999 eröffnete mein lieber Freund, Prof. Dr. Rune Bengtsson von der Universität Alnarp, Schweden die Gartentage und den Vortragsreigen und entführte uns durch die "Gärten im Licht des Nordens". Vorträge von Eugen Schleipfer, Kakteen Schleipfer – Ralf Schreck – Landschaftsarchitekt Rainer Söhmisch – Bernhard Voß, Agrumi – Werner Vogel – Rainer Engler, Blumenschule, Schongau – Peter zur Linden, Osnabrücker Staudenkulturen, – Dr. Reinhard Witt und Gisela-Maria Reinhardt bereicherten die weiteren Gartentage.

Im Jahr 2000 waren die Freisinger Gartentage der Gartenliteratur gewidmet. Penelope Hobhouse, die Grande Dame der englischen Gartengestaltung, Piet Oudolf, Noel Kingsbury, Heidi Howcroft und Gudrun Lehneis, stellten in begeisternden Vorträgen ihre neuesten Bücher vor.

2001 standen die Freisinger Gartentage unter dem Motto Frauen und Gärten. Ruth Maria Kubitschek, die berühmte deutsche Schauspielerin und Gartenliebhaberin, eröffnete die Freisinger Gartentage und bekannte "Gartenfrauen" sprachen in Vorträgen über ihre Liebe zum Garten und ihre Arbeit. Es war eine besondere Freude, dem Publikum Erika Feldweber und Dr. Veronika Walz aus Österreich, Eva Gustavsson aus Schweden, Jacqueline van der Kloet und Constance van Weede aus Holland, Julie Toll und Rosie Atkins aus England, Antonia Höller-Gresser aus Italien und Uschi Gräfen aus Freising vorstellen zu können.

2002 durften wir Dieter Wieland, den bekannten Autor und Fernsehjournalisten, der sich selbst als "Augen-, Nasen- und Zungenmensch" bezeichnet, zur Eröffnung der Freisinger Gartentage mit dem Motto Genießen, Genuss, genüsslich willkommen heißen. Genussvolles boten in diesem Jahr die Vorträge von Lotte Möller aus Schweden, von Heide Rau, Dr. Angelika Schartl, Thomas Jaksch, Hubert Siegler und Prof. Dr. Jürke Grau.

2003 hat Marianne Sägebrecht, die bekannte Schauspielerin die Besucher dem Motto gemäß mit einer Lesung verzaubert. Viele hervorragende Referenten begeisterten mit ihren Vorträgen zum Thema Zaubergarten – Gartenzauber. Bei dem besonders an Gartengestaltung interessierten Publikum fanden die Vorträge der englischen Landschaftsarchitekten Brita von Schoenaich ("Bezaubernde Gärten in Europa") und Christopher Bradley-Hole ("The Magic of Modern Gardens") großen Anklang.

2004 hat Hella Kreiselmeyer, die Initiatorin des Projekts "Gärten ohne Grenzen", die Gartentage eröffnet und uns dabei gleich die Idee für das Motto 2005 geliefert. Zum Thema Licht und Farbe im Garten informierten renommierte Gartenexperten wie Ulf Nordfjell, der wohl bekannteste schwedische Gartenarchitekt aus Stockholm, und Nori Pope, der "Farben-Papst" aus England, in begeisternden Vorträgen.

2005 wurden die Freisinger Gartentage durch Frau Bettina von Siemens, einer großen Förderin der Gartenkunst, feierlich eröffnet. Unter dem Motto Gärten ohne Grenzen bescherten uns Louis Benech aus Frankreich ("Meine neuen Gärten"), Christopher Bradley-Hole ("Making the Modern Garden"), Hella Kreiselmeyer ("Gärten ohne Grenzen"), Dr. Christa Müller ("Sich verwurzeln wie die Pflanzen") und Stefan Leppert ("Über Menschen und Ihre Gärten – Die Geschichte und Geschichten zum Buch: Hinter meiner Hecke") ein grenzenloses Gartenvergnügen.

2006 feierten die Freisinger Gartentage als erster Gartenmarkt in Süddeutschland unter dem Motto Rosen, Tulpen, Nelken… 10 Jahre Garten, Pflanzen, Raritäten ihr 10jähriges Jubiläum auf erweitertem Gelände. Sabine Kübler, die Initiatorin und Kuratorin des weltweit einzigen Spezialmuseums zur Kulturgeschichte der Rosen in Bad Nauheim-Steinfurth eröffnete die Gartentage und unterhielt später mit so manch hintersinnigem Rosen-Rätsel. Piet Oudolf aus Holland entführte das Publikum seines Vortrags in seine grandiosen Staudenwelten. Zwei Männer zwei Leidenschaften – Dr. Ullrich Fischer begeisterte zu seinem Lieblingsthema Hosta und Schattenpflanzen und niemand spricht so leidenschaftlich von der Aurikel wie Werner Hoffmann. Zum ersten Mal gab es auch Gartentage-Praxis. In praktischen Vorführungen informierten Cornelia Augustin, Stephanie Rustemeyer und Rainer Engler zum Thema "Gärten auf kleinstem Raum – Bepflanzung von Balkonkästen und Pflanzgefäßen".

2007 waren die Freisinger Gartentagen unter dem Motto Frauen planen Gärten allen Frauen in der Gartenarchitektur gewidmet. Im Rahmen dessen präsentierten in spannenden Vorträgen Viktoria Freifrau von dem Busche, die Organisatorin des wohl größten deutschen Gartenfestivals auf Schloss Ippenburg, Jacqueline van der Kloet, die international bekannte, holländische Gartenarchitektin und Heidi Howcroft, die bekannte Landschaftsarchitektin aus England, ihre Gestaltungsansätze und sprachen über ihre Liebe zum Garten. Über das Leben und Wirken von Mien Ruys (1904-1999), einer ganz besonderen Gartenfrau, die im Umbruch zwischen Tradition und Moderne die Gartenarchitektur in Holland, aber auch international maßgeblich beeinflusst hat, berichtete der holländische Gartenjournalist, Leo den Dulk.

2008 konnten wir den damaligen Landtagspräsident Herrn Alois Glück als Laudator gewinnen. Er eröffnete die Gartentage, die unter dem Motto Die Kunst der Gartengestaltung standen. Aus Niederösterreich waren Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka und der Bürgermeister von Waidhofen, der Partnerstadt Freisings, angereist, um für die niederösterreichische Gartenschau "Garten Tulln 2008" zu werben. Das Vortragsprogramm bot Highlights internationaler Gartenkunst. Aus San Francisco war die berühmte Gartenkünstlerin Topher Delaney angereist, um ihre außergewöhnlichen Freiraumprojekte vorzustellen. Christopher Bradley-Hole, der wohl bekannteste Vertreter minimalistischen Garden Designs, stellte sein neuestes Buch "Making the Modern Garden" vor.

2009 waren die 13. Freisinger Gartentage unter dem Motto Die Gartenwelt zu Gast in Freising – Willkommen England! dem Mutterland aller Gärten gewidmet. John Brookes MBE, eine Legende in der Gartenwelt, hat die Gewinner im Ausstellerwettbewerb mit einer Laudatio geehrt und in seinem Vortrag in all die wunderbaren Gärten entführt, die er weltweit gestaltet hat. Rosie Atkins, die Kuratorin und Direktorin des Chelsea Physic Garden, begeisterte mit Geschichte und Gegenwart des 1673 von der ehrwürdigen Gesellschaft der Apotheker als Lehrgarten gegründeten botanischen Kleinods im Herzen Londons. Dort, wo 1700 der Samentausch untern den Botanischen Gärten der Welt initiiert wurde, werden bis heute Eigenschaften, Herkunft und Erhaltung von mehr als 5.000 Pflanzenarten erforscht. Günter Mader, der bekannte Architekt, Gartenarchitekt und Buchautor, hat als hervorragender Kenner der britischen Gartenwelt mit einem ausgedehnten Reisebericht die schönsten Gärten der Insel vorgestellt. In den Vorträgen der Gartentage-Praxis zum Thema "Für alles ist ein Kraut gewachsen" gaben erfahrene Gartenexperten wertvolle Einblicke in Anbau, Ernte und Verwendung von Kräutern und beschreiben deren Wirkung auf Körper und Geist.

2010 stellten wir im Rahmen der 14. Freisinger Gartentage unter dem Motto Die Gartenwelt zu Gast in Freising – Willkommen Belgien! unser Nachbarland Belgien als Gartenland vor. Im Rahmen des Vortragsprogramms gewährten die international renommierte, belgische Gartenhistorikerin Isabelle Van Groeningen und die weltweit bekannten belgischen Landschaftsarchitekten Peter Wirtz aus Schoten und Erik Dhont aus Brüssel Einblicke in die faszinierende Gartenwelt ihres Heimatlandes. Fast unbemerkt hat sich dort in den vergangenen Jahren eine aufregende Gartenkultur entwickelt, die große Tradition in Gartenbau und Gartenkunst mit der Liebe zu modernem Design und spritzigen neuen Ideen vereint. Unter dem Motto "Staudenpflege – Pflegestauden" erhielten unsere Besucher von bekannten und erfahrenen Gartenexperten bei den Vorträgen zur Gartentage-Praxis wertvolle Tipps zu Auswahl, Pflanzung und Pflege von anspruchsvollen Stauden.

2011 tauchten wir unter dem Motto Die Gartenwelt zu Gast in Freising – Willkommen Frankreich! in die großartige Gartenkultur unserer französischen Nachbarn ein. Ausgesuchte Aussteller und hervorragende Referenten gaben interessante Einblicke in die faszinierende Gartenwelt Frankreichs, wo Gartenkunst zum Savoir-vivre gehört, wie Wein und gutes Essen. Von den Vogesen, wo Monique und Thierry Dronet mit uns einen poetischen Spaziergang durch ihren preisgekrönten Jardin de Berchigranges unternahmen, ging es bis in die Normandie in den bezaubernden, "federleichten" Jardin Plume, den weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Gräsergarten von Sylvie und Patrick Quibel. Mit dem "Schlüssel zu seinem Gartendesign" öffnete Thierry Huau die Tore seiner über ganz Frankreich und die Welt verstreuten Gärten und Parkanlagen. In den praktisch orientierten Vorträgen der Gartentage-Praxis informierten Prof. Dr. Bernd Hertle und das Ehepaar Herian unter dem Motto "In den Himmel ranken – Kletterpflanzen am Haus und im Garten" exklusiv über Auswahl, Pflanzung und Pflege von Kletterpflanzen und speziell Clematis und gaben wertvolle Tipps zu deren Verwendung.

2012 hieß es Die Gartenwelt zu Gast in Freising – Willkommen Schweiz! Ausgesuchte Aussteller und hervorragende Referenten gaben uns interessante Einblicke in die faszinierende Gartenwelt der Schweiz - in Geschichte, Tradition und Kultur, in preisgekrönte, berühmte und geheime Gärten und blühende Landschaften. Die Gartenjournalistin Elsi Wepf aus Dietwil im Kanton Aargau zeigte die Vielfalt der Schweizer Gartenkultur auf. Dr. Anette Freytag von der ETH Zürich stellte uns unter dem Titel "Über den letzten Luxus unserer Tage – Gärten und Freiräume von Dieter Kienast", die Werke des großen Meisters vor. Seine ganz persönlichen "Gartenbilder" malte der Züricher Landschaftsarchitekt Guido Hager und Dr. Andreas Honegger und Gaston Wicky aus Zürich entführten uns in "Die Geheimen Gärten von Zürich". In der Gartentage-Praxis widmeten sich die bekannte Tomatensammlerin und Therapeutin Irina Zacharias von der Spezialitätengärtnerei Irinas Tomaten & Kräuter aus Maxhütte-Haidhof und Béla Bartha, der Geschäftsführer von ProSpecieRara, der Schweizerischen Stiftung für die kulturhistorische und genetische Vielfalt von Pflanzen und Tieren dem Thema "Geschmack, Genuss, Gesundheit – vergessene Gemüse wiederentdeckt".

2013 war unserem Nachbarland Österreich gewidmet. Unter dem Motto Die Gartenwelt zu Gast in Freising – Willkommen Österreich! konnten wir herausragende Persönlichkeiten und Experten der Österreichischen Gartenszene begrüßen. Frau Prof. Maria Auböck, die international bekannte Wiener Landschaftsarchitektin und Inhaberin des Lehrstuhls für Gestalten im Freiraum an der Akademie der bildenden Künste in München, stellte ihre beeindruckenden Gartenprojekte vor. Mit Karl Ploberger durften wir den aus Funk und Fernsehen weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannten Biogärtner begrüßen. Gemeinsam mit der Fotografin Ursel Borstell präsentierte er sein Buch "Ein Garten voller Lebensfreude und Ernteglück: naturnah, vielfältig, experimentell". Der Autor Georg Freiherr von Gayl und der Fotograf Ferdinand Graf von Luckner nahmen uns auf einen herrlich bebilderten Spaziergang mit in die "Geheimen Gärten von Wien". In der Gartentage-Praxis "Woher – wohin? Gartenpflanzen und ihre Geschichten" erzählte Thomas Janschek von Bräuchen, Legenden und Geschichten rund um die Bäume in Bayern, der begnadete Erzähler Gerhard Kofler von der ARCHE NOAH im niederösterreichischen Schiltern verriet altes Wissen um den Samenbau und Dieter Gaißmayer, der charismatische Gärtner und Pflanzenliebhaber aus Illertissen stellte uns Stauden mit Geschichte(n) vor. Auch präsentierten hervorragende österreichische Gärtner ihre großartigen Sortimente und innovative Betriebe so spannende Dinge wie essbaren Pflanzendünger.

2014 erhielten wir unter dem Motto Die Gartenwelt zu Gast in Freising – Willkommen Spanien! faszinierende Einblicke in die Gartenwelt der iberischen Halbinsel. Auf einer auf maurischem Erbe basierenden Gartentradition hat sich dort unter dem mediterranen und atlantischen Klima eine beeindruckend innovative Garten- und Designkultur entwickelt. Martí Franch Batllori aus Girona ist ein bedeutender Vertreter neuer Landschaftsarchitektur in Spanien, der mit der Intension "Landschaften heilen" bemerkenswerte Projekte entstehen lässt, die bereits durch zahlreiche Auszeichnungen, z. B. durch die American Society of Landscape Architects, international große Anerkennung fanden. Sabine Wesemann nahm uns mit auf einem Ausflug in "Die geheimen Gärten von Mallorca". Diese sonst verborgenen Gartenanlagen hatte die bekannte, auf der Insel lebende Journalistin und Autorin für das gleichnamige Buch der Reihe "Geheime Gärten" der DVA erkundet. Den Höhepunkt der Vortragsreihe setzte Fernando Caruncho Targa mit seinem Vortrag über Wahrheit und Garten. Der begnadete Philosoph und Landschaftsarchitekt aus Madrid, der in der Liga der Weltbesten seiner Zunft spielt, bezeichnet sich selbst ganz bescheiden als Gärtner. Was Hinweis gibt auf seine Liebe zu Pflanzen und sein großes Wissen darüber aber auch auf sein sympathisches und charismatisches Wesen. Die Gartentage-Praxis war der Pfingstrose – Königin der Blumen gewidmet und bot lehrreiches und praktisches Gartenwissen. Der bekannte Gärtner Michael Miely, der in Österreich erfolgreich eine Pfingstrosengärtnerei betreibt, informierte in seinem Vortrag "Kennen Sie Pfingstrosen?" umfassend über die Pflanze, die als "Rose ohne Dornen" gilt und stellte uns dabei seine 17 eigenen Sorten und auch seinen sehenswerten Schaugarten vor. Heinz Enzinger-Panitz, der leidenschaftliche Züchter und Sammler von Pfingstrosen, freute sich über eine "Renaissance der Pfingstrosen" und gab wertvolle praktische Information zu deren Kultivierung.

2015 erstrahlten die Freisinger Gartentage im Glanze Italiens, dessen hervorragende Gartenkultur über die Jahrhunderte viele Landschaftsarchitekten und Gärtner in aller Welt maßgeblich beeinflusste. Neben der enormen Bandbreite an Pflanzensortimenten und liebevoll gestalteten Ständen mit Dekorationsartikeln, Gartengeräten oder Schmuck begeisterte ein besonders reichhaltiges und hochkarätiges Vortragsprogramm die Besucher. So nahm uns die Kuratorin der Gärten von Schloss Trauttmansdroff, Dr. Karin Kompatscher, mit auf einen Spaziergang durch die berühmten Meraner Gartenanlagen, die nach zahlreichen Auszeichnungen mittlerweile der Riege der weltweit wichtigsten und schönsten Gärten und Parks angehören. Die bekannte Architektin und Landschaftsarchitektin Milena Matteini aus Genua präsentierte neben ihren eigenen Arbeiten auch die Werke des Landschaftsarchitekten Pietro Porcinai, einem der einflussreichsten Vertreter moderner Gartengestaltung in Italien. Die Architektin und Landschaftsarchitektin Chiara Balsari aus Mailand stellte ihre bedeutenden und vielfältigen Projekte vor, die sie gemeinsam mit ihrer Mutter, der Architektin Elena Balsari Berrone, in über 40 Jahren geschaffen hat. Ein besonderes Highlight bildeten die Vorträge von Günter Mader, dem renommierten Architekten und Landschaftsgestalter aus Ettlingen, der uns interessante Einblicke in die italienische Gartenkunst gab und dem preisgekrönten Garden Designer Luciano Giubbilei aus London, dessen inspirierende Ausführungen das Publikum in seinen Bann zog. In der Gartentage-Praxis brillierten Katharina Adams und Hans Alt mit herausragendem Praxiswissen über "Die Hortensie - die Blumen der Königin". Ergänzt wurde dieses reichhaltige Programm mit einer außergewöhnlichen Führung zum Thema "Der Freisinger Dom als Garten" durch Prof. Dr. Peter Steiner.

2016 feierten wir unser 20-jähriges Jubiläum bei herrlichem Sonnenschein und hießen dazu das Gartenland Russland herzlich willkommen. In früheren Zeiten herrschte zwischen Russland und Deutschland ein großartiger und freundschaftlicher Austausch von Pflanzen, Fachwissen sowie gärtnerischen und gestalterischen Fertigkeiten im Speziellen. An diese Tradition haben wir trotz der sprachlichen Barriere angeknüpft. Namenhafte Experten gaben uns aus erster Hand Einblicke in die faszinierende Gartenwelt Russlands. Wladimir Kaminer, ein sehr bekannter und beliebter Bestsellerautor und medialer Tausendsassa mit russischen Wurzeln, las aus seinem Buch "Mein Leben im Schrebergarten" und trug damit amüsant und hintersinnig zur Völkerverständigung bei. Die charismatische Inhaberin und Art Direktorin von LLC Studio Architecture Nature Form aus Moskau Dr. Elena Dubnova präsentierte uns ihre vielfach publizierten und preisgekrönten Gärten und Anlagen. Sie stellte diese in einen sozialen, historischen und gestalterischen Kontext. Udo Dagenbach vom Landschaftsarchitekturbüro Glaßer und Dagenbach aus Berlin hat sich seit mehr als 10 Jahren auf die Planung von Gärten und Anlagen in der Russischen Föderation spezialisiert. Er berichtete über seine Erfahrungen und gab Einblicke in seine spannenden Projekte und die "Russische Seele". Die bekannte Kulturhistorikerin Dr. Anna Ananieva von der Queen Mary Universität London entführte in die Welt der faszinierenden, historischen Garten- und Parkanlagen der Landsitze und Sommerresidenzen des Zarenreichs. Unsere Aussteller boten den Gartentage Besuchern dazu wahre Seltenheiten wie schwarze Aprikosen aus Russland, russische Phloxe, Zitronenkaviar, Artischocken und Liebesblumen. In der Gartentage-Praxis erlebten wir die "Renaissance der Rhododendren" faszinierend präsentiert von zwei der bekanntesten europäischen Experten. Der wissenschaftliche Leiter des Botanischen Gartens und Rhododendron-Parks in Bremen Dr. rer. hort. Hartwig Schepker stellte uns Rhododendren in Russland vom Kaukasus über Sibirien bis zum Fernen Osten vor und zeigte attraktive, modern gestaltete Rhododendrengärten. Aus dem schottischen Perth begrüßten wir Kenneth Cox von der traditionsreichen Glendoick Rhododendron Nursery. Der international anerkannte Rhododendron- und Azaleenspezialist, Pflanzenjäger und -sammler gab umfassende Einblicke in die fachgerechte Verwendung von Rhododendren. Als besonderes Highlight durften wir eine Ausstellung von noch weitgehend unbekannten Neuzüchtungen blattschöner Rhododendren vorstellen. Zum 50. Todestag von Korbinian Aigner (1865-1966), Pfarrer in Hohenbercha, Pomologe, KZ-Häftling, zeigte Kreisheimatpfleger Rudolf Goerge eine faszinierende Ausstellung über Leben und Werk des Apfelpfarrers.

Wir freuen uns bereits auf die 21. Freisinger Gartentage. Vom 12. bis 14. Mai 2017 heißt es für Pflanzenliebhaber dann wieder in der besonderen Atmosphäre der Höfe des ehemaligen Klosters Neustifts: schlendern, sich inspirieren lassen, entdecken, fachsimpeln und nach Raritäten jagen.

 

Freising, den 16.06.2016


Anita Fischer