VORTRäGE - "DIE GARTENWELT ZU GAST IN FREISING - WILLKOMMEN FRANKREICH!"Wir zelebrieren 15 Jahre Freisinger Gartentage mit einem herausragend besetzten Vortragsprogramm und freuen uns Ihnen Sylvie und Patrick Quibel aus Auzouville sur Ry in der Normandie, Monique und Thierry Dronet aus Granges sur Vologne in den Vogesen und mit Thierry Huau, einen der ganz Großen der französischen Gartenszene mit Büros in Marrakesch, Paris und Giverny, präsentieren zu können. Sie nehmen uns mit in ihre zauberhaften Gärten, geben uns interessante Einblicke in die faszinierende Welt französischer Gartenkunst und präsentieren moderne und historische Gartenanlagen, die im Kontext französischer Gartentradition stehen und wegweisend sind für die Gartengestaltung in Europa und darüber hinaus.
GARTENTAGE-PRAXIS - "IN DEN HIMMEL RANKEN - KLETTERPFLANZEN AM HAUS UND IM GARTEN"In den praktisch orientierten Vorträgen der Gartentage informieren bekannte und erfahrene Experten unter dem Motto "In den Himmel ranken - Kletterpflanzen am Haus und im Garten" exklusiv über Auswahl, Pflanzung und Pflege von Kletterpflanzen und geben wertvolle Tipps zu deren Verwendung.
ProgrammFREITAG, 6. MAI 2011
SAMSTAG, 7. MAI 2011
SONNTAG, 8. MAI 2011
Vorträge und Gartentage-Praxis finden im Saal der ehemaligen Klosterbibliothek statt. Der Besuch ist im Eintrittspreis enthalten.
|
Für Sylvie und Patrick Quibel begann alles als sie 1977 aufs Land und in den ersten eigenen Garten zogen. In den 80zigern führten verschiedene Reisen nach England, wo sie Gartenanlagen aber auch Baumschulen und Staudengärtnereien besuchten.
Im Herbst 1991 eröffneten Sie auf einem Minigrundstück ihre erste, auf Stauden und Gräser spezialisierte Gärtnerei und legten eine Gartenanlage an. Die beiden machten ihre Leidenschaft zum Beruf, wurden von Autodidakten zu Profigärtnern. Um ihre Gärtnerei bekannt zu machen, nahmen sie an zahlreichen Gartenmärkten teil.
Immer wieder führten Studienreisen sie nach Holland u. a. in den Priona Garten von Henk Gerritsen und in den Garten von Ton Ter Linden. Anregungen fanden sie auch in den italienischen Renaissance-Gärten und in den französischen Gärten des 17. Jahrhunderts.
1996 dann kauften sie einen 3,2 Hektar großen Bauernhof mit Obstgarten. Das Grundstück war groß genug für die Gärtnerei, aber auch, weil ihr Interesse für Gartengestaltung und für Gräser wuchs, für die Anlage eines Gartens. Dieser sollte für die Öffentlichkeit zugänglich werden. 1997 und 1998 erfolgte endlich der Umzug der Gärtnerei und die Bauarbeiten für den neuen Garten, den Jardin Plume (Federgarten), begannen. Den beiden Pflanzen- und Gartenliebhabern gelang es aufs Beste die strenge, fast barock anmutende Formalität französischer Gärten mit scheinbar frei wuchernder Natur zu einem besonderen Augenschmaus zu kombinieren und so fand der Garten, in dem Gräser die Hauptrolle spielen, schon vor seiner offiziellen Eröffnung im Jahr 2002 großes Interesse in der Fachpresse.
Bereits 2001 erschien ein Artikel in Gardens Illustrated, andere in England, Belgien, Deutschland, Italien, Schweden, Japan und Russland folgten. 2007 erschien im Verlag Ulmer France die reich bebilderte Monografie "Le Jardin Plume".
2008 dann wurde der Garten vom Garden Museum in London und der Zeitschrift Gardens Illustrated zum "Garden of the Year 2008" (Garten des Jahres 2008) gekürt und im Museum mit einer Ausstellung gefeiert.
Seit 2003 gestalten Monique und Thierry Quibel neben der Arbeit in der Gärtnerei und im "Jardin Plume" auch Privatgärten.
|
Sylvie et Patrick Quibel |

Prof. Dr. Bernd Hertle ist seit März 1996 Professor an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Lehrgebiet Freilandzierpflanzenbau und unterrichtet dort Stauden- und Gehölzkunde sowie Gartengestaltung. Seit Oktober 2006 ist er wissenschaftlicher Leiter der Weihenstephaner Gärten.
Nach der Mitarbeit an einem Forschungsprojekt zum Thema "Risiken und Chancen der Fassadenbegrünung" und Station im Palmengarten Frankfurt übernahm er 1991die technische Leitung des Sichtungsgartens Weihenstephan. Von März 2003 bis März 2007 baute er das von ihm geleitete Institut für Gartenbau an der staatlichen Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan auf. Prof. Dr. Bernd Hertle ist Studiendekan, seit 10 Jahren Vorsitzender des Arbeitskreises Staudensichtung, Vorstandsmitglied im Bund deutscher Staudengärtner und Mitglied der Internationalen Stauden Union (ISU). Er ist als Referent international sehr geschätzt und als Autor vieler Fachpublikationen und Bücher bekannt. Sein neuestes Buch "Kiesgärten - Blütenpracht ohne Gießen" ist im September 2010 im GU Verlag erschienen.
|
Prof. Dr. Bernd Hertle |
Als Monique und Thierry Dronet sich 1994 kennen lernten, trafen zwei Menschen aufeinander, die nicht nur die Liebe zu Pflanzen und zum Garten teilten, sondern sich auch, was gärtnerisches Fachwissen und Pflanzenkenntnisse anbelangte, hervorragend ergänzten.
Monique war bereits als Mädchen von England fasziniert. Auf zahlreichen Reisen dorthin entdeckte Sie ihre Leidenschaft für die Gartenkunst und die Pflanzenwelt. In ihrer Begeisterung für Pflanzen gründete sie 1988 in Saint Dié in den Vogesen die Gärtnerei "Un Jardin de Cottage" (Landhausgarten). Neben Bauerngartenpflanzen kultivierte Monique hauptsächlich Primelgewächse. Sie nahm an den bedeutendsten französischen Gartenfesten teil und erhielt dort zahlreiche Preise und Auszeichnungen.
Thierry hingegen arbeitete zuerst als Schreiner, Friseur und Holzfäller und erwarb so verschiedenste handwerkliche Fähigkeiten und praktisches Know-how. Seine besondere Leidenschaft galt aber immer schon Natur und Landschaft. So verbrachte er, als er sich 1978 auf einem Stück Land in Berchigranges in den Vogesen niederließ, den größten Teil seiner Zeit damit, dort den aufgelassenen Granit-Steinbruch zu erkunden und neu anzulegen. In unermüdlicher Arbeit modellierte er das Gelände, lichtete den Baumbestand und förderte die Ausbreitung von Wildpflanzen. Nebenbei besuchte er Gärtnereien, Baumschulen und Gartenmärkte, wo er letztendlich auch Monique kennen lernte.
Schnell war die Idee des "Jardin de Berchigranges" geboren. Monique und Thierry widmeten sich mit all ihrer Liebe und Kraft der Gestaltung des Gartens, der seit 1997 öffentlich ist. Die beiden sprudeln vor Ideen und so wird der Garten Jahr für Jahr erweitert - es werden die ungewöhnlichsten Pflanzen etabliert und erforscht und immer neue Lieblingsplätze geschaffen. All diese Pflanzen kann man auch in der angegliederten Gärtnerei kaufen und deren Verwendung in Seminaren und Workshops erlernen.
Der Garten ist für sie Ort der Schöpfung, der Ihnen die Möglichkeit bietet, sich künstlerisch auszudrücken und zu verwirklichen. Der Jardin de Berchigranges wird nicht nur gestaltet, er wird gelebt. So wundert es nicht, dass der Garten 2005 von der AJJH (Vereinigung französischer Gartenjournalisten) zum "Garten des Jahres" gewählt wurde.
|
Monique et Thierry Dronet |

Irmgard Herian ist ausgebildete Krankenschwester, gab aber ihren ursprünglichen Beruf für die Erziehung ihrer vier Kinder auf und widmete sich dem speziellen Hobby ihres Mannes - den Clematis!
Die beiden teilen die Begeisterung für die Vielfalt der Clematis, gemeinsam haben sie eine Spezialitätengärtnerei für Clematis aufgebaut, mit mittlerweile über 340 verschiedenen Sorten. In Süddeutschland gibt es niemanden, der so viele verschiedene Sorten und Arten anbietet. Seit über zehn Jahren sind die Herians auf internationalen Gartenmessen und -märkten anzutreffen und gelten als absolute Clematis-Spezialisten.
Irmgard und Manfred Herian sind auch als gefragte Referenten aktiv und verstehen es, ihr Publikum mit ihrer Begeisterung für Vielfalt und Schönheit der Clematis anzustecken.
|
Irmgard und Manfred Herian |
Thierry Huau wurde 1958 in Tunis geboren. Seine beachtliche Karriere als Landschaftsarchitekt, Städteplaner und Geobotaniker begann im südpazifischen Raum, wo er von 1981 bis 1983 erste Gartenanlagen entwarf. 1984 wurde er dann mit den ersten Großprojekten in Saudi Arabien betraut und gründete daraufhin 1985 das Atelier Interscène in Giverny, das mittlerweile Dependenzen in Marrakesch und Paris hat. Im selben Jahr vertrat er die Vereinigung französischer Landschaftsarchitekten in Kobe, Japan.
Er gewann zahlreiche bedeutende nationale und internationale Wettbewerbe und Preise, darunter in den 90ziger Jahren neben Christian De Portzamparc in Paris die Gestaltung des linken Seine-Ufers, die Neugestaltung der Stadtmitte Beiruts, die Außenanlagen der Renault Fabrik in Cléon (Preis und den silbernen Baum für Industrielandschaften) und die Anlage des Romans-sur-Isère Gartenbau-Kollegs, später dann unter anderem die städtebauliche Neuordnung der Halbinsel La Touques in Deauville.
1986 gestaltete er den ersten öco-Golfplatz im französischen Stil und die Gartenanlagen für das Château de Champ de Bataille in Neubourg in der Normandie. Internationale Großprojekte folgten, so der Grünstrukturplan für Antananarivo, die Hauptstadt Madagaskars, und die Studie zum Erhalt und Schutz von historischen Gebäuden und Gärten im französischen Viertel in Hanoi, Vietnam. Er entwarf in Aliette, Frankreich, den ersten einer neuen Generation von CenterParcs und wurde von Disney and Pierre & Vacances zum Chef-Planer von Ecopolys, einem Naturdorf in Marne-la-Vallée, berufen. 2010 wurde der Grundstein für den von ihm geplanten Ria de Pornic Park gelegt.


Die Pflanze und die Förderung von Gartenkultur stehen bei seinen Arbeiten im Vordergrund. So gründete Thierry Huau 1997 für die Bepflanzung der Stadtmitte Beiruts und des römische Bades, dem ersten für das Publikum offenen Archäologie-Park, eigens eine Gärtnerei, die alle Pflanzen für diese Projekte liefert. 2000 entwarf er die Terra Botanica, den ersten, allein den Pflanzen gewidmeten Themenpark in Angers im Loiretal. Ein Erfolgsprojekt, das seit der Eröffnung im April 2010 bereits mehr als 260.000 Gartenbegeisterte besucht haben.
Aber Thierry Huau organisiert auch Gartenfestivals und
Im April 2011 wird er in Giverny einen Laden für Pflanzen und die damit verbundene Kunst eröffnen. Dort in Giverny ist er Nachbar des berühmten Gartens des Malers Claude Monet.
|
Thierry Huau |