21 Jahre Die Gartenwelt zu Gast in Freising – Willkommen Iran!

12. bis 14. mai

 

Die Gartenwelt zu Gast in Freising – Willkommen Iran!

Die 21. Freisinger Gartentage zelebrieren wir unter dem Motto "Die Gartenwelt zu Gast in Freising – Willkommen Iran!" wieder mit einem herausragend besetzten Vortragsprogramm. Für das Vortragsprogramm konnten wir namenhafte Experten gewinnen, die ihr einzigartiges Wissen und ihre große Erfahrung mit unseren Gästen teilen und uns aus erster Hand Einblicke in die faszinierende persische Gartenwelt geben.


Am Freitag wird Veronika Hofer, die Filmregisseurin und Buch-Autorin aus dem oberösterreichischen Almtal unter dem Titel "Persien – Die Erfindung des Paradieses" persische Gartenkultur von den Ursprüngen bis in die Gegenwart vorstellen und anschließend den gleichnamigen Film aus ihrer Reihe "Orientalische Gartenlust" vorführen.

Am Samstag entführt uns der Inhaber der bekannten Staudengärtnerei Sarastro  Christian H. Kreß aus Ort im Innkreis, Österreich, in seinem Vortrag "Botanische Highlights im Iran" in dessen außergewöhnliche Pflanzenwelt. Er ist nicht nur ein inspirierender Referent sondern auch Autor von Bücher und vielen Fachbeiträgen für Zeitschriften. Danach wird uns Roya Klingner in "Die Seele des persischen Gartens" blicken lassen. In ihrem Garten in Freising vermehrt sie liebevoll Pflanzen und Heilkräuter ihrer iranischen Heimat. 

Am Sonntag nimmt uns dann Andreas Printz, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Strategie und Management der Landschaftsentwicklung (Allianz-Stiftungsprofessur), Technische Universität München (TUM), Freising, mit auf eine "Reise zu den persischen Paradiesgärten". In seinem Multimediavortrag werden Geschichte und Gegenwart dieser Gärten mit Reiseindrücken und Alltagsgeschichten garniert.

 


Alle Referenten sind im Anschluss an ihre Vorträge gerne bereit ihre Bücher für Sie zu signieren. Die Vorträge finden im Saal der ehemaligen Klosterbibliothek statt. Der Besuch ist im Eintrittspreis enthalten.

 

freitag, 12. mai 2017, 16.00 Uhr

Persien – Die Erfindung des Paradieses

Veronika Hofer

 

Aus dem oberösterreichischen Almtal begrüßen wir die Kunsthistorikerin Veronika Hofer. Nach einigen Jahren als Redakteurin für Hörfunk- und Fernsehsendungen beim Bayerischen Rundfunk gründete sie 2002 mit ihrem Mann Gerhard Pirner die Produktionsfirma "prospera Medienproduktion". Sie ist als Filmregisseurin und Buch-Autorin tätig und befasst sich seit einigen Jahren mit der sozio-kulturellen Bedeutung internationaler Gärten. Ihre Dokumentarfilme sind vorwiegend auf öffentlich-rechtlichen Sendern zu sehen.

Für ARTE drehte Veronika Hofer als Regisseurin die fünfteilige Reihe "Orientalische Gartenlust", die begeisternd über die Gartenkultur in der islamischen Welt berichtet. Im ersten Teil der 2016 erstmals ausgestrahlten Reihe wurden die Gärten Persiens vorgestellt. Nach der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema ist sie wohl wie keine andere prädestiniert, uns in die persische Gartenkultur von den Ursprüngen bis in die Gegenwart einzuführen.

Zu ihrem Vortrag erläutert Veronika Hofer im Vorfeld folgendes: "Nirgendwo sonst auf der Welt sind die Kontraste zwischen Landschaft und Gärten so groß wie in Persien. Hohe Mauern schützen die grünen Oasen mit ihren sprudelnden Brunnen vor Wüstenstürmen und wilden Tieren. Der Schritt von 'draußen' nach 'drinnen' ist ein Schritt in eine andere Welt. Im übertragenen Sinne geht es auch um eine Reise ins eigene Innere und ein zur Ruhe kommen. Denn ein persischer Garten hat auch eine große spirituelle Bedeutung. Die Hauptelemente in einem persischen Garten sind Wasser und Schatten, Luxusgüter in einer Welt aus Staub und Hitze. Persien gilt als Wiege der Gartenkultur, die es lange vor der Religionsgründung des Islam gab. Wo liegen in Persien die Ursprünge für diese Kultur und wie hat sie sich über die Jahrhunderte entwickelt, was ist von ihr geblieben? Welche Bedeutung haben heute Gärten für die Iraner?"

Im Anschluss an den Vortrag können Sie bei der Vorführung des Films "Orientalische Gartenlust. Persien – Die Erfindung des Paradieses" die gewonnenen Eindrücke noch vertiefen.

 


Veronika Hofer | www.prospera.at

 

mit freundlicher Unterstützung durch Bruns Pflanzen, Bad Zwischenahn  

 

samstag, 13. mai 2017, 14.00 Uhr

Botanische Highlights im Iran

Christian H. Kreß

 

Der bekannte Staudenzüchter und Autor Christian H. Kreß aus Ort im Innkreis, Österreich, bereiste im Mai 2015 den Iran und war überrascht vom unglaublichen Artenreichtum des Landes. Mit Begeisterung erzählt er "Der Iran ist ein kulturelles und botanisches Wunderland! So vielgestaltig wie seine Landschaften sind, so vielfältig ist auch die Pflanzenwelt." Lassen Sie sich in seinem Vortrag in die überwältigenden Landschaften des Zāgros-Gebirges, des Alburs-Gebirges mit dem Damavand sowie in die Küstenlandschaft des Kaspischen Meer entführen.

Christian H. Kreß ist nicht nur ein inspirierender Referent sondern auch Autor von Büchern sowie von vielen Fachbeiträgen für Zeitschriften und Magazine. 2006 ist im Agrarverlag Wien sein Buch "Faszination Stauden: Besondere Pflanzen für Ihren Garten" erschienen – mittlerweile ein Klassiker der Staudenverwendung. Zusammen mit Jonas Reif ist er der Autor von "Blackbox-Gardening", das 2015 mit dem 1. Preis in der Kategorie "Bester Ratgeber" des Deutschen Gartenbuchpreises ausgezeichnet wurde.

Als "Alemanne" am Hochrhein in Südbaden aufgewachsen, absolvierte Christian H. Kreß dort auch seine Gärtnerlehre. Nach Lehr- und Wanderjahren in verschiedenen Ländern Europas schloss er seine Ausbildung mit dem Gartenbautechniker in Hohenheim ab. Dann zog es ihn nach Oberösterreich, wo er acht Jahre lang die Vermehrung und Sortimentsentwicklung der Staudengärtnerei Feldweber leitete, um sich schließlich 1995 mit Sarastro-Stauden selbständig zu machen.

Er ist weit gereist und so hat er viele der Stauden, die er gärtnerisch kultiviert, an ihren Naturstandorten an den unterschiedlichsten Orten der Erde studiert und fotographisch festgehalten. Sarastro-Stauden zählt zu den Spezialbetrieben. Die Pflanze selbst und deren Verwendung stehen im Mittelpunkt. Neben Anzucht und Kultur von Blütenstauden aus aller Herren Länder wird deren Schönheit und Pracht dem Gartenliebhaber zu Hause vor Ort näher gebracht. In seiner Staudengärtnerei verschmelzen Kulturflächen und Schaubeete zu einem Gesamtwerk. Viele Neueinführungen werden dort auf Ihren Gartenwert und "Integrationswillen" geprüft.

Christian H. Kreß war 12 Jahre lang österreichischer Delegierter der Internationalen Staudenunion (ISU), für die er drei botanische Exkursionen organisierte, und ist Mitglied des Hauptausschusses der Oberösterreichischen Gärtner. 1992 hat er die Langenloiser Staudentage, eine internationale Seminarveranstaltung, initiiert. Seither treffen sich dort jedes Jahr im Januar Staudengärtner und Verwender aus ganz Europa zu einem lebhaften Erfahrungsaustausch.

 


Christian H. Kreß  | www.sarastro-stauden.com

 

mit freundlicher Unterstützung durch die Stadt Freising     

 

samstag, 13. mai 2017, 15.00 Uhr

Die Seele des persischen Gartens

Roya Klingner

 

Wir freuen uns, dass Roya Klingner uns in die Seele einer begeisterten, persischen Gärtnerin blicken lässt. Bereits als Kind hat sie auf dem Land ihrer Großmutter in Kerman ihre Leidenschaft für das Gärtnern entdeckt und bis heute begleiten Sie die Pflanzen und Heilkräuter ihrer Kindheit. Liebevoll vermehrt sie nun in ihrem Garten in Freising diese persischen Kostbarkeiten. Sie wird Ihnen auch einige davon vorstellen.

Roya Klingner wurde als viertes und jüngstes Kind der Familie in Teheran geboren. Ihr Vater war ein General in der iranischen Armee, die Mutter war Lehrerin. 1977 wurde sie an einer Schule für hochbegabte Kinder, unter der Leitung von Iraj Broomand aufgenommen. Ihre Kindheit war geprägt durch die Islamische Revolution im Iran und den 1. Golfkrieg. Im Oktober 1986 emigrierte Klingner nach Österreich. Zuerst nahm sie ein Studium der Medizin an der Universität Wien auf, wechselte dann aber an die Pädagogische Akademie des Bundes in Wien. Klingner hat ein Diplom als Specialist for Gifted Education der Universität Nijmegan in den Niederlanden. Seit November 2007 lebt sie in Deutschland.

Sie setzt sich seit Jahren für begabte Kinder und deren Eltern ein und war eingeladene Rednerin auf internationalen Konferenzen. Sie ist Autorin und Illustratorin von mehreren Kinder- und Fachbüchern zum Thema Begabungsförderung, Kreativität und Hochbegabung. Am 1. November 2008 gründete sie die Begabungszentrum Bayern GbR in Freising und verwirklichte damit einen Kindheitstraum.

Klingner war von 2005 bis 2015 deutsche Delegierte im World Council for Gifted and Talented Children und von 2012 bis 2014 Mitglied im General Committee European Council for High Ability. Sie ist Mitglied der International Research Association for Talent Development and Excellence, Liaison von SENG und der Society of Children’s Book Writers and Illustrators.

Roya Klingner | www.gcgtc.com

 

sonntag, 14. mai 2017, 14.00 Uhr

Reise zu den persischen Paradiesgärten

Andreas Printz

 

Zum Abschluss unserer Vortragsreihe nimmt uns Andreas Printz, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Strategie und Management der Landschaftsentwicklung (Allianz-Stiftungsprofessur), Technische Universität München (TUM), Freising, mit auf eine Reise zu den persischen Paradiesgärten. Er veranschaulicht die Grundprinzipien des persischen Gartens und garniert die Geschichte und Gegenwart dieser Gärten mit Reiseeindrücken und Alltagsgeschichten.

2013 lud die iranische Sektion des Internationalen Verbands der Landschaftsarchitekten (IFLA – International Federation of Landscape Architects) als eine touristische Initiative internationale KollegInnen und Fachinteressierte ein, um ihnen die Garten-, Architektur und Kulturschätze des Landes nahe zu bringen. So lernte Andreas Printz im Kreise von Kollegen und Gleichgesinnten den Iran auf ganz besonders intensive Weise kennen.

Er erlebte ein Land und seine Geschichte mit faszinierenden Kontrasten – beeindruckend weite und trockene Landschaften, in denen die persischen Gärten wie paradiesische Kostbarkeiten erscheinen und Geist und Sinne gleichermaßen ergreifen. "Das außerordentlich freundliche, kultivierte und aufgeschlossene Interesse der Bevölkerung ermöglichen überraschend herzliche Begegnungen und schaffen ein Verständnis für ein spannendes Volk jenseits schlichter, westlicher Propagandakampagnen."

Nach Ausbildung und 6-jähriger Tätigkeit als Landschaftsgärtner in Karlsruhe absolvierte Andreas Printz das  Studium der "Landespflege" (heute Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung) in Freising-Weihenstephan. 1993 schloss er das Studium als Diplom-Ingenieur mit landschaftsökologischem Schwerpunkt und einer Diplomarbeit, die sich mit einem nachhaltigen Tourismuskonzept für Ibiza befasste, ab. Es folgten einige Jahre als freier Mitarbeiter mit Schwerpunkten in der Entwicklung von Landschaftsplänen und ökologischen Rahmenplänen sowie selbstständige Planungen.

Im Rahmen seiner wissenschaftlichen Tätigkeit arbeitete Andreas Printz seit 1995 mit Unterbrechungen an großen Forschungsprojekten der Technischen Universität München zu nachhaltiger Landnutzung, Wassermanagement, Tourismus sowie Stadt- und Grünstrukturplanung. Dies führte ihn meist ins Ausland, vor allem nach Südamerika und Afrika. Seit 2008 ist er auch als Referent für die Internationalisierung und Öffentlichkeit für die TUM-Studienfakultät Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung tätig. Privat ist er bei seinen Reisen überall auf der Welt immer intensiver auch als passionierter Fotograf unterwegs. Davon können wir uns in seinem Multimediavortrag überzeugen.